Gold – die einen halten es gerade in heutigen Zeiten für attraktiv, die anderen meinen, es bringe nichts ein.

Gold ist eine Form von Währung. Und es heißt nicht Cent oder Euro, sondern Unze oder Barren. Abgesehen von der Schönheit des Metalls gibt es zwei Kernmotive, einen Teil seines Vermögens in Gold zu investieren:

  1. Absicherungs-Gold als resistente Wertanlage, selbst wenn das Papiergeld-System der Politik aufgrund des billigen Geldes kollabiert.
  2. Spekulations-Gold, um von Wertsteigerungen zu profitieren – Euro-Anleger sollten ihre US-Dollar-Erwartungen mit einbeziehen. Als Rendite zählt nur die Wertsteigerung, da keine Zinsen/Dividenden ausgeschüttet werden.

Im ersten Fall würde der Anleger in physisches Gold, z.B. in Münzen und Barren oder zumindest in verbriefte Papiere, die Gold physisch hinterlegen, investieren und es langfristig halten. Kurzfristige Wert-Schwankungen werden nicht verfolgt.

Der zweite Investor verwahrt sein Gold fungibel, das heißt, dass er Gold in Form von ETFs, Zertifikaten oder Xetra-Gold im Depot hält, welches schneller und leichter veräußert werden kann.
Kursschwankungen werden in der Depotverwahrung schneller wahrgenommen und zu Gewinn-/Verlustrealisierungen genutzt.

Doch warum wird Gold als Investment in Frage gestellt?

Die Kritiker von Gold bemängeln die fehlenden laufenden Erträge und Ausschüttungen. Andere Sachwerte wie z.B. Aktien bieten jährliche Ausschüttungen in Form von attraktiven Dividenden. Auch werden die Kosten für die Lagerung und Versicherung des Goldes benannt.

Die „Gold Bugs“, das sind die Goldfans unter den Anlegern, entgegnen den Kritikern, dass das weltweite Papiergeld durch das Drucken der Notenbanken immer weniger Wert werde und auch Staaten wie z.B. Russland und China Ihre Währungsreserven durch Goldkäufe weiter diversifizieren.

Wie sich Gold bei Problemen der heimischen Währung entwickeln kann, ist gut am Beispiel der türkischen Lira erkennbar. In der Türkei ist die Inflation in den letzten Jahren deutlich gestiegen, analog wurde die Währung gegenüber USD schwächer. Der Goldpreis konnte seit Anfang 2017 in Türkischer Lira um über 50 % steigen – in der Spitze hat er sich sogar verdoppelt. Gold stellte eine stabile Ersatzwährung zur eigenen dar und war vor allem fungibel. Für den türkischen Anleger hat sich das Gold-Investment als Absicherungs-Strategie also rentiert.

Entwicklung des Goldpreises in Türkischer Lire / Unze über die letzten fünf Jahre

(Quelle: www.goldseiten.de , Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für die zukünftige Entwicklung. Reiner Kurs-Chart, ohne Berücksichtigung von Kosten.)

Unserer Meinung nach ist Gold weiterhin eine interessante Beimischung in einem breit diversifizierten Portfolio. Die politischen Krisen bspw. die italienische Staatsverschuldung, der Brexit oder der Handelsstreit zwischen den USA und China um nur einige zu nennen, nehmen nicht ab. Und es ist nicht vorhersehbar, welche weiteren politischen Krisen in Zukunft auf uns zukommen.

Notenbanken weltweit – allen voran die FED in den USA – haben erkennen lassen, dass sie bei weiterer Abkühlung der Wirtschaft über eine Senkung der zuletzt wieder angehobenen Zinsen und auch über mögliche unkonventionelle Maßnahmen bei Krisensituationen nachdenken wollen.