2. Teil der Analyse des US-Verlagshaus Kiplinger (in Zusammenarbeit mit dem Research-Unternehmen Value Line)

Aus dem englischsprachigen Bericht stellen wir Ihnen heute folgende Aktien mit starken Bilanzen vor:

Bristol
Costco Wholesale
FedEX
MasterCard
McDonald`s

Bitte beachten Sie, dass die Reihenfolge der Aktien ohne Wertung zu sehen ist. 

Wichtige Kriterien bei der Aktien-Auswahl der Analysten waren:

  • A ++ – Bewertung für finanzielle Stärke – moderaten Schulden und starke Cash-Position
  • Starke Bilanz = solide Finanzkraft
  • jährliche Wachstums-Prognose von mindestens 5 % für drei bis fünf Jahre
  • zudem mussten die Unternehmen erfolgreiche Geschäfte, breite Margen und signifikante Cashflows nachweisen

Bitte beachten Sie, dass vergangen Performances keine Garantie für die zukünftige Kursentwicklung sind und den Disclaimer.


Quelle: Getty Images

Bristol Myers Squibb

Marktwert:  144,5 Mrd. US-Dollar
Dividendenrendite:  3,1 %

Die Übernahme von MyoCardia durch Bristol Myers Squibb im Jahr 2020 für 13 Mrd. USD und die Übernahme von Celgene für 74 Mrd. USD im Jahr 2019 führte zu einer Reihe von bilanziellen Anpassungen um einen Verlust auf GAAP-Basis zu erzielen. Auf Nicht-GAAP-Basis (hierbei wird versucht, Auswirkungen einmaliger Art wie z.B.  bei Akquisitionen zu „normalisieren“) stieg der Gewinn um 37 % auf 6,44 USD pro Aktie.

Allerdings muss man wissen, das Bristol Myers Squibb mit fast 48 Milliarden US-Dollar eine der höchsten Schuldenlasten auf dieser Liste von Blue Chips hat, hauptsächlich aufgrund der Celgene-Übernahme. Das hält die Analysten aber nicht von ihrer positiven Einschätzung ab.

„Wir sehen, dass der Celgene-Deal trotz des Auftretens der COVID-19-Pandemie ein schneller wachsendes Unternehmen mit einem weniger konzentrierten Medikamentenportfolio schafft“, sagt Sen Hardy von CFRA.

Bristol Myers hat auch eine Vielzahl anderer kurzfristiger Verbindlichkeiten wie Lizenzgebühren und Rabatte in Höhe von insgesamt 14 Milliarden US-Dollar. Das ist bemerkenswert.

Die Position von Bristol Myers Squibb ist jedoch stärker, als es den Anschein hat. Das Unternehmen hält fast 16 Mrd. USD an Bar-Reserven in seiner Bilanz – dagegen Schulden in Höhe von nur 2,3 Mrd. USD, die in den kommenden Monaten fällig werden, also eine fast achtfache Deckung. Der Cashflow aus dem operativen Geschäft belief sich im vergangenen Jahr auf 14 Milliarden US-Dollar.

Der Zugang zu kostengünstigen Krediten lässt aufgrund seiner starken Kreditwürdigkeit und seines starken operativen Cashflows kaum Zweifel daran, dass Bristol Myers die intensiven Investitionen finanzieren kann, die das Pharmageschäft erfordert, und seine gesunde Dividende von rund 3,1% aufrechterhalten kann. Insgesamt betrugen die Dividenden im vergangenen Jahr nur 29 % des operativen Cashflows.


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Costco Wholesale

Marktwert:  163,5 Mrd. US-Dollar
Dividendenrendite:  0,8 %

Costco Wholesale hat im letzten Jahr verkündet, dass fast 50 % seines Umsatzes auf Lebensmittel entfallen, die von der Pandemie weitgehend verschont geblieben sind. Und dass diese den anderen Artikeln des Unternehmens wie z.B. Haushaltsgeräten Auftrieb verleihen würde. Diese These hat sich über mehrere Quartale hinweg bewährt. Allerdings haben die entgangenen Gewinne in den drei Monaten bis zum 14. Februar 2021 einige Anleger nervös gemacht.

Das ist soweit in Ordnung. Costco mag zwar zu den größten Blue Chips im Einzelhandel gehören, aber das Unternehmen macht immer noch die gleichen Bewegungen durch: Schritte vorwärts, Schritte zurück. Im Gegensatz zu vielen anderen Einzelhändlern verfügt Costco jedoch über eine starke Bilanz, die es dem Unternehmen ermöglicht, die Schwankungen zu überstehen. Mit 9,3 Milliarden USD verfügt das Unternehmen über mehr Barmittel als seine 7,5 Milliarden USD Schulden, und die in diesem Jahr fälligen Schulden sind im Vergleich dazu vernachlässigbar.

Zum Vergleich: Bei BJ’s Wholesale Club ist die Gesamtverschuldung fast dreimal so hoch wie der Kassenbestand, und die in diesem Jahr fälligen Schulden in Höhe von 260 Mio. US-Dollar sind etwa sechsmal so hoch wie die 44 Mio. USD, die das Unternehmen am Ende des letzten Geschäftsjahres auf der Bank hatte.

Wie wirkt sich dies in der Praxis aus? Dass wachstumsfördernde Maßnahmen wie die Aufstockung des Lagerbestands, die Einstellung von Mitarbeitern im Vorfeld von Verkäufen und Investitionen in den elektronischen Handel – die allesamt Bargeld verschlingen – für Costco viel einfacher sind als für BJ’s.

„Eine starke Bilanz sagt viel über ein Unternehmen aus, aber auch Vergleiche mit anderen, ähnlichen Unternehmen können Aufschluss über die Wettbewerbsposition geben“, sagt Gendler von Value Line. „Das könnte bedeuten, dass Costco, wenn die Verbraucherausgaben dank des 1,9 Billionen USD schweren Konjunkturprogramms wieder anziehen, dank seiner starken Bilanz in der Lage ist, den Konkurrenten Anteile abzunehmen.


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FedEx

Marktwert:  77,2 Mrd. US-Dollar
Dividendenrendite:  0,9 %

Für FedEx bestand die größte Gefahr der Pandemie darin, ob das Unternehmen mit dem Wachstum des inländischen Paketvolumens Schritt halten konnte, welches im 4. Q. 2020 67 % betrug. Zusätzlich zu den neuen Ausgaben, die dem Volumenwachstum vorausgehen, wurde FedEx auch durch das strenge Winterwetter im Februar herausgefordert, dass das Betriebsergebnis im dritten Quartal 2020 um schätzungsweise 350 Mio. USD reduzierte.

Die Tatsache, dass trotz dieser Herausforderungen der Umsatz im dritten Quartal um fast 23 % und der Nettogewinn um spektakuläre 183 % gestiegen sind, sagt viel aus, nicht nur über die aktuelle Lage, sondern auch über die Management- und Finanzstärke dieses Blue Chips.

FedEx hat zwar Schulden (etwa 22,8 Mrd. USD), aber nur 97 Millionen USD sind im kommenden Geschäftsjahr fällig, dem gegenüber stehen 8,9 Milliarden USD an Barmitteln. Und diese langfristigen Schulden entsprechen in etwa dem Eigenkapital des Unternehmens.

Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Cashflow von 23,32 USD pro Aktie. Bei der derzeitigen Rate werden jährlich 2,60 USD ausgeschüttet. Die Dividende selbst ist also so risikofrei wie nur möglich. Aber FedEx war konservativ, was die Erhöhung seiner Ausschüttung angeht – obwohl sie in den letzten fünf Jahren um 160 % gestiegen ist, hat sich die Dividende seit 2018 nicht verändert.

Wie geht es weiter? Die Pandemie führte zu einer Beschleunigung der E-Commerce-Nutzung – man vermutet, dass diese sich verlangsamen wird, sobald die Nation geimpft ist und wieder in den Geschäften gekauft werden kann. Einige Analysten glauben jedoch, dass die online-getriebene Nachfrage anhalten wird.

„Unserer Ansicht nach werden neue E-Commerce-Nutzer den Anteil der Online-Einkäufe an ihren Gesamtausgaben im Laufe der Zeit erhöhen, und sie werden sich nach der Pandemie nicht zurückhalten“, schrieb CFRA-Analyst Colin Scarola.


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MasterCard

Marktwert:  384 Mrd. US-Dollar
Dividendenrendite:  0,5 %

Mastercard und sein Konkurrent Visa mussten 2020 aus demselben Grund einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen: pandemiebedingte Rückgänge beim grenzüberschreitenden Transaktionsvolumen und zurückhaltende Verbraucher, die während der Pandemie weniger ausgaben.

Längerfristig sollte das aber kein Problem sein.

„Wir sehen eine mehrjährige Wachstumsstory für Mastercard aufgrund der anhaltenden Verlagerung von analogen Bargeld- und Scheckzahlungen hin zu digitalen Zahlungen mit mobilen Geräten“, sagt CFRA-Analyst Chris Kuiper.

Bei der Betrachtung von Mastercard ist es wichtig zu bedenken, dass das Unternehmen nur ein Zahlungsabwickler ist – es geht keine Kreditrisiken ein wie die Banken, die die Karten tatsächlich ausgeben. Stattdessen nimmt sie lediglich Gebühren für die Verarbeitung und damit verbundene Dienstleistungen ein. Ihre Bilanzen ähneln oft eher erstklassigen Technologieunternehmen als Finanzinstituten.

Und MasterCard hat eine hervorragende Bilanz. Das Unternehmen verfügt über 10,5 Milliarden Dollar an Barmitteln gegenüber 12 Milliarden Dollar an langfristigen Schulden, während in diesem Jahr nur 650 Millionen Dollar an Schulden fällig werden. Weitere 1,2 Mrd. USD sind an kurzfristigen Verbindlichkeiten zu verzeichnen, von denen jedoch ein großer Teil – wie z. B. Umsatzabgrenzungen und künftige Auszahlungsverpflichtungen – nicht notwendigerweise Barmittel aufzehren wird.

Die operativen Aktivitäten von MasterCard haben im vergangenen Jahr 7,2 Mrd. USD an Barmitteln freigesetzt. Damit wurden 4,7 Mrd. USD für Aktienrückkäufe, 1,6 Mrd. USD für Dividenden und 700 Mio. USD für Investitionen getätigt. Und dieser OCF war um etwa 1 Milliarde Dollar niedriger als 2019. Die Barmittel sollten sich also erholen, aber selbst wenn dies nicht schnell geschehen sollte, hat Mastercard Zugang zu reichlich Fremdkapital, um seine Expansion zu finanzieren, die Dividende zu erhöhen und die Zahl der ausstehenden Aktien durch Rückkäufe zu verringern.


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McDonald’s

Marktwert:  172,7 Mrd. US-Dollar
Dividendenrendite:  2,2 %

McDonald’s ist ein weiteres Unternehmen in unserer Gruppe, das ein negatives Eigenkapital aufweist, aber dennoch von Value Line mit A++ für seine Finanzkraft bewertet wird.

Zur Erinnerung: Die grundlegende Bilanzformel lautet Eigenkapital = Aktiva – Passiva, was bedeutet, dass bei McDonald’s die Passiva größer sind als die Aktiva – eine scheinbar prekäre Situation.

Aber es ist die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten, die bei der Bewertung der Finanzkraft von Bedeutung ist.

Ja, es gibt langfristige Schulden in Höhe von 35 Milliarden Dollar, plus langfristige Leasingverträge in Höhe von mehr als 13 Milliarden Dollar. Aber nur 2,7 Milliarden Dollar an Schulden und 741 Millionen Dollar an Leasing-Zahlungen werden in den kommenden 12 Monaten fällig, was durch die 3,7 Milliarden Dollar an Bargeld leicht gedeckt ist.

Ganz zu schweigen davon, dass der operative Cashflow von McDonald’s im Jahr 2020 6,2 Mrd. USD und im Jahr 2019 8,1 Mrd. USD betrug. Zur Erinnerung: Der Cashflow aus dem operativen Geschäft ist nicht dasselbe wie der freie Cashflow, der die Investitions- und Finanzierungstätigkeiten berücksichtigt. Da der Betrieb jedoch so viel Bargeld abwirft, hat McDonald’s einen großen Spielraum bei den Ausgaben und der Kapitalbeschaffung – der Inbegriff von Finanzkraft.

McDonald’s, ein weiterer Dividenden-Aristokrat, gehört zu den beliebtesten Blue Chips der Dividendenanleger. Die Ausschüttung, die leicht durch den freien Cashflow gedeckt ist, ist seit zehn Jahren im Durchschnitt um etwa 8 % pro Jahr gestiegen.

Quelle: kiplinger.com freie Übersetzung ins Deutsche
Per 16.04.2021

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