Autos und Investments: der innere Zusammenhang

Sportautos heißen in Amerika Performance Cars und die Rentabilität von Vermögenswerten wird als Performance bezeichnet. Was liegt da näher als den inneren Zusammenhang zwischen der Performance von Investment-Managern einerseits und der Performance ihrer Autos zu untersuchen?

Diese Untersuchung gibt es, natürlich von einem amerikanischen Professor. Sie ist so interessant und einleuchtend, dass wir sie unseren Lesern nicht vorenthalten wollen.

Wie Sie es von uns gewohnt sind, erhalten Sie eine Zusammenfassung mit allen wesentlichen Punkten. Wer es ausführlich mag, kann die Studie* in einer der nächsten Ausgaben des Journal of Finance nachlesen. Was hat nun der Professor mit seinen Kollegen herausgefunden?

Zuerst hat er das Untersuchungsgebiet auf Hedge Fund Managers eingegrenzt. Hedge Funds, wörtlich übersetzt mit Absicherungsfonds, sind in Wirklichkeit Fonds, die gezielt erhöhte Risiken eingehen, um dadurch unabhängig von der Entwicklung der Finanzmärkte, regelmäßige überdurchschnittliche Erträge zu erzielen.

Hedge Funds dürfen daher Leerverkäufe durchführen, spekulative Anlagen tätigen, Klumpenrisiken eingehen und schwer verkäufliche, illiquide Anlagen tätigen. Daraus ergibt sich bereits, dass Hedge Fund Manager eher zur Sorte der risikofreudigen Anleger zählen.

Aber innerhalb der Kategorie gibt es Unterschiede und Professor Brown macht sie anhand der Autos fest, welche von den Fondsmanagern gefahren werden.

Die Grundannahme lautet, dass Fondsmanager mit Sportautos risikofreudiger durchs Leben gehen als solche mit familientauglichen Autos und dass sich dieser charakterliche Unterschied in den Erträgen ihrer Fonds spiegelt.

Genauer gesagt handelt es sich um ein eher lautes und buntes Leben im Vergleich zu einem regelmäßigen und ordentlichen Leben. Es ist also nicht nur das Risiko an sich, sondern die Abwechslung und der Kick, den jemand braucht oder nicht. Dieses Bedürfnis kann auf ungefährliche oder gefährliche Art ausgelebt werden. Laute Rockmusik, wilde Partys, stimulierende Filme sind ungefährlich, während Sportautos, Leistungssport, Alkohol und Drogen riskant sind. Der Besitz eines Sportautos ist daher nur ein Annäherungswert, hat aber den Vorteil, dass er messbar ist. Andere Untersuchungen in ähnlicher Absicht zielten auf Verkehrsbussen, Pilotenscheine und Ehebruch, um risikofreudige Naturen zu identifizieren.

Aber bleiben wir bei Professor Brown. Autos mit zwei Türen, reichlich PS und Drehmoment fallen unter die Kategorie Sportauto, während Autos für mehrere Passagiere und ausgezeichnetem Sicherheitsgrad als praktisch gelten. Aus 90 Millionen Autokäufen über sechs Jahre und einem Anlageuniversum von 50.000 Hedge Funds hat das Brownsche Team 1.774 Autokäufe herausgefiltert, welche amerikanischen Hedgefonds Managern zugeordnet werden konnten.  Parallel hat man das Risiko der Hedge Funds mit einer einfachen Formel verglichen:

Von den 1.774 Fondsmanagern der Studie, die nachweislich ein bestimmtes Auto kauften, entschieden sich nur 163 für ein Sportauto. Das war zu erwarten, denn Fondsmanager beschäftigen sich ständig mit Risiken und sind von Natur her planerisch, abwägend und überlegt. Die Frage stellt sich jetzt, ob die 163 Sportwagenfahrer besser oder schlechter abschneiden als ihre Kollegen mit Familienkutschen.

Die kurze Antwort lautet, dass die Fonds der Sportwagenbesitzer unter den Hedge Fonds Managern mehr Risiken eingehen, öfters Handeln und mehr Hoffnungswerte („Lotterieähnliche Aktien“) kaufen als ihre vernünftigen Kollegen. Ihre Performance ist dadurch aber nicht besser, so dass sie insgesamt eine ungünstigere Risiko-Ertragsrelation aufweisen als die Vergleichsgruppe.

Dies vorausgeschickt, werfen wir einen Blick in unsere Tiefgarage. Sechs Mitarbeiter kümmern sich hauptberuflich um unsere Fonds und Mandate. Das sind ihre Autos:

Fotos der Autos unserer Mitarbeiter aus dem Bereich Portfoliomanagement:

Quelle: luxauto.lu

* Sensation Seeking and Hedge Funds
Stephen Brown, Yan Lu, Sugata Ray, Melvyn Teo
Journal of Finance, forthcoming

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