Der Ruf nach Vater Staat ist selbstverschuldet – erfahren Sie hier die Vor- und Nachteile staatlicher Regulierung aus Anlegersicht

Seitdem der Steuerzahler ab 2008 einige sehr große europäische Banken retten musste, ist er nicht gut auf die Finanzindustrie zu sprechen und er hat jedes Recht, misstrauisch zu bleiben. Parallel dazu haben die Regulatoren, nicht etwa die Anleger, aus der Krise eine falsche Lehre gezogen.

Zugegeben, es gab weitverbreitetes Fehlverhalten. Jedoch war es ein Fehler, eine ganze Generation von Anlegern wie Kinder an die Hand zu nehmen. Die Folgen sind, dass selbst versierte Anleger sich nicht mehr frei im Markt bewegen können, viele Produkte sind ihnen nicht mehr zugänglich und die Kosten der Bevormundung tragen sie noch obendrein. Doch ist die Lage nicht zu ändern und die Finanzindustrie und die selbsternannten oder offiziellen Konsumentenschützer aller Arten, allen voran diejenigen, die selber nie in Wertpapiere investiert haben, betrachten mit gemischten Gefühlen von Verwunderung bis Stolz den Ausstoß an Regeln zum Schutz der Privatanleger. Da der Gesetzgeber keine Ausnahmen zulässt, muss man die Regulierung hinnehmen.

Die Regulierung hat auch Vorteile

Es gibt einige Vorteile für den Anleger, auch wenn diese mit einem sehr großen administrativen Aufwand erkauft werden. An erster Stelle steht die Kostentransparenz, die sich gegenüber 2008 verbessert hat. Man kann es anhand eines Vergleichs mit der Luftfahrt verdeutlichen. Heute sind die Flugpreise weit aufgefächert. Nicht nur die Flugklasse, sondern auch Anzahl und Gewicht des Gepäcks, Sicherheitsabgaben, Steuern, Flexibilität, kurzfristige Nachfrage und vieles mehr beeinflussen den Preis. Der Markt ist für den Fluggast weniger übersichtlich als früher, und insgesamt kann man feststellen, dass die Preise weder gesunken noch gestiegen sind. Dasselbe findet in der Finanzindustrie statt. Die Preise werden aufgefächert, die Anteile der einzelnen Glieder der Wertschöpfungskette an den Produkt-Kosten offengelegt, der Kunde verliert den Überblick und über alles gesehen bleiben die Preise für den Kunden gleich. Ein wichtiger Vorteil der Regulierung besteht in der Risikoaufklärung, die für den erfahrenen Anleger eine ärgerliche Wiederholung sein mag, für viele Kunden jedoch eine gewisse Sicherheit bietet.

Die Nachteile stören nicht alle Anleger gleichermaßen

Die Finanzindustrie reagiert auf die Regeln des Anlegerschutzes mit einer Vereinfachung des Angebots, einer robusten Kundensegmentierung und mit Einschränkung der Autonomie der Kundenbetreuer. Das muss sie tun, um ihre Haftungsrisiken einzugrenzen. Dies trifft insbesondere auf die ganz Großen der Branche zu, die Millionen von Kunden haben. Das heißt, Kunden, die nicht in ein Schema passen, die vielleicht finanzkräftiger als der Durchschnitt sind, mehr über die Börse wissen und fähig und bereit wären, selbstverantwortliche Risiken einzugehen, werden gleich behandelt wie weniger informierte Bürger, die der Gesetzgeber schützen will. Das ist natürlich umso ärgerlicher, je besser ein Anleger sich auskennt. Doch auch ein sehr guter, wohlhabender Anleger mit allen Voraussetzungen für eine bewegliche oder gar dynamische Anlagestrategie kann gegen seine Segmentierung nicht ankommen. Man wird ihn in der Regel aufgrund seines Alters, seines Anlagevermögens, Einkommens oder sonst eines beliebigen Kriteriums irgendwo im konsumentenschützerischen Teil des Marktes einordnen, ob er will oder nicht. Mehr noch, um beim Vergleich mit der Luftfahrt zu bleiben, man wird ihn schnell rauswerfen, wenn er aufsässig wird. Doch diese Nachteile stören eine aktive, selbstbewusste Minderheit mehr als die Mehrheit der Anleger, die sich im betreuten Sparen wohl fühlt.

Die Möglichkeiten des Anlegers im hochregulierten Umfeld

Als Anleger hat man verschiedene Möglichkeiten. Man kann sich einsortieren lassen und mit den standardisierten Produkten vorliebnehmen. Der Zeitaufwand, wenn die Formalitäten einmal erledigt sind, ist gering. Das ist eine vernünftige Einstellung, um sein Geld anzulegen, wenn man weder Lust noch Zeit hat, sich mit individuellen Anlageoptionen auseinanderzusetzen. Die Nordlux Vermögensmanagement bietet diese Produkte und Dienstleistungen an und viele gut informierte und auch wohlhabende Kunden kommen damit gut klar, weil sie Zeit sparen und eine geringe Produktkomplexität haben können.

Man kann aber im Vertrauen auf seine Kenntnisse und Fähigkeiten auch im hochregulierten Umfeld seinen eigenen Weg gehen. Nordlux Vermögensmanagement bietet ihren Kunden die Möglichkeit, mit Einzelanlagen ein individuelles Portfolio zusammenzustellen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen müssen natürlich auch in dieser Variante eingehalten werden, aber in einem immer noch sehr großen, internationalen Anlageuniversum finden sich mit Leichtigkeit interessante Anlageideen, die zu einem dynamischen Kundenprofil passen.

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