Herausforderung Negativzinsumfeld – Lösungsansätze aus Sicht eines Anlageberaters

Auch für unsere Anlageberater ist die Beobachtung der Kapitalmärkte enorm wichtig, jedoch unterscheidet sich der Blickwinkel. Lesen Sie hier, welche Anlage-Produkte interessant sein können.

Am Kapitalmarkt herrscht eine Ausnahmesituation: Im März 2016 senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in der Eurozone. Seitdem liegt er gänzlich auf 0 Prozent und öffnete weiter die Geldschleusen. Mit dieser Entscheidung macht die EZB Sparer überhaupt nicht glücklich. Sie erhalten dadurch für Bankeinlagen oder Anleihen nahezu keine Zinsen mehr, da ohnehin zu viel Kapital auf dem Finanzmarkt vorhanden ist.  Der Strafzins für die Banken steigt auf 0,5 Prozent. Vereinzelt geben die Institute diese Belastung bereits an Privatkunden weiter. 

Wohin also mit dem Geld in Zeiten niedrigster Zinsen oder gar bei Negativzinsen?       

Wer über ausreichend Kapital und ein regelmäßiges Einkommen verfügt, kann über den Immobilienkauf fürs Alter vorsorgen. Allerdings ist dies bei den derzeitigen Immobilien-Preisen vielen Verbrauchern mittlerweile nicht mehr möglich, insbesondere in großen Städten – oder es rechnet sich nicht mehr auf der Ertrag-Seite.

Der Kauf einzelner Aktien kann eine hohe Rendite versprechen. Die Papiere sind aber je nach Entwicklung der Unternehmen und der Wirtschaftslage hohen Schwankungen ausgesetzt und deshalb risikoreich. Bei Investmentfonds kann schon mit kleineren Beträgen eine breite Streuung, also der Kauf vieler Aktien oder Wertpapiere, erreicht werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Anlage in Aktien mit einem Puffer. Dies kann der Anleger über eine Anlage in Zertifikaten (hier speziell: Discountzertifikate) erreichen. „Ein Zertifikat ist eine Schuldverschreibung, die über derivative Komponenten verfügt, so dass ihre Wertentwicklung von der Wertentwicklung anderer Finanzprodukte abhängt.“ (Wikipedia). Hier bestimmt der Anleger sein Risiko über seine eigene Renditevorstellung teilweise selbst.

Was sind Discountzertifikate?

(Unser Erklär-Video liefert Ihnen weitere Informationen)

Jedes Discountzertifikat bezieht sich auf eine bestimmte Aktie oder einen bestimmten Index. Das ist der so genannte Basiswert (oder auch Underlying). Von ihm hängt die Wertentwicklung des Discountzertifikats maßgeblich ab. Der Kaufpreis des Zertifikats liegt immer unter dem aktuellen Kurs der Aktie oder der Indizes, daher der Name – Discount (Preisabschlag).

Als Beispiel kostet die Covestro Aktie 41,51 €, ein Discountzertifikat mit einer Begrenzung (CAP) von 36,00 € und einer Laufzeit bis 24.09.2020 kostet 33,84 € und damit deutlich weniger als die Aktie selbst (Daten per 06.12.19, Quelle: Derifin). Diesen Vorteil bezahlt der Anleger mit der Begrenzung seines möglichen Gewinns. Zur Fälligkeit des Zertifikates erhält er maximal den festgelegten Höchstbetrag (CAP). Notiert die Aktie am Bewertungstag auf oder über dem Cap, dann wird der Höchstbetrag in bar gezahlt. Notiert der Kurs darunter, wird entweder die Aktie geliefert bzw. der dann aktuelle Kurswert gezahlt.

Discount-Zertifikat im Vergleich zum Basiswert

Quelle: eusipa.org

Was sind die Chancen?

Der Anleger kauft den Basiswert günstiger ein, als dieser aktuell an der Börse gehandelt wird. Ein Gewinn lässt sich somit auch bei stagnierenden und sogar leichtfallenden Aktienkursen realisieren. In unserem Beispiel kann die Covestro-Aktie bis auf 33,84 € fallen, also rund 18,50 % (!) und der Zertifikate-Anleger erleidet keinen Verlust. Bei einem Rückgang der Aktie bis 36 Euro erhält der Zertifikate-Anleger seinen maximalen Ertrag.

Was sind die Risiken?

Die zugrundeliegende Aktie kann zum Laufzeitende unter den Kaufpreis des Zertifikates fallen, also im obigen Beispiel unter 33,84 €. Dann würde auch der Zertifikate-Anleger einen Verlust erleiden.

Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass der Emittent seine Verpflichtungen aus dem Discount-Zertifikat nicht erfüllt (Lehman Brothers!). Dieses Risiko besteht unter anderem im Falle einer Insolvenz, das heißt einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, oder aufgrund einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen. In diesen Fällen droht der Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Während der Laufzeit kann der Preis des Zertifikates unter den Kaufpreis fallen.

In diesem Beispiel würde der Anleger 33,84 € zzgl. einer Provision bezahlen. Bei 1% Kaufprovision liegt der Einstand bei 34,18 € je Zertifikat. Steht die Aktie am Rückzahlungstermin (in diesem Fall im Dezember 2019) über 36,00 € bekommt der Anleger 36,00 € ausgezahlt und hat damit eine Rendite von netto 5,32 % ( ca. 6,7% p.a.) erzielt.

Wählt der Anleger ein Zertifikat mit gleicher Laufzeit und einem CAP von 40 € so zahlt er 35,99 € (zzgl. Provision 36,35 €) und erhöht das Risiko da er damit viel näher am Marktpreis liegt. Er erhöht damit aber auch seine mögliche Rendite auf 9,58% (ca. 12,77% p.a.).

Der Anleger kann also mit seiner Erwartung und seiner Risikofreudigkeit selbst bestimmen, welchen Ertrag er mit welchem Risiko erzielen möchte.

Woher bekommen Sie die Zertifikate?

Zertifikate werden von vielen Emissionshäusern / Banken herausgegeben und werden wie Aktien an den Börsen gehandelt. So kann der Anleger auch eventuell Gewinne glattstellen oder Verluste durch Verkauf vor Ende der Laufzeit begrenzen.

Sollten Sie an einer solchen Anlageform interessiert sein, sprechen Sie uns an. Wir freuen uns, Sie in diesen speziellen Anlageformen beraten zu dürfen.

Die obigen Informationen dienen der neutralen Information zur Wirkungsweise eines Finanzinstruments, stellen keine Anlageberatung dar und sind nicht als Empfehlung zum Kauf bzw. Verkauf eines bestimmten Wertpapiers zu verstehen. Trotz sorgfältiger Beschaffung und Bereitstellung übernimmt die Nordlux Vermögensmanagement keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der obigen Informationen. Bitte erfragen Sie konkrete, auf Ihre persönliche Situation passende Produkte bei Ihrem Anlageberater.

Lesen Sie auch hier „Lösungsansätze aus Sicht des Portfoliomanagers“


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