Im Nachrichtenfluss über den Corona-Virus die wesentlichen Finanzinformationen erkennen

Angesichts der unübersehbaren Flut an Nachrichten über den Corona-Virus und seine Auswirkungen auf die Finanzmärkte informiert die Nordlux Vermögensmanagement, wie sie vorgeht, um die Informationen zu sortieren, abzuwägen und auszuwerten. Vor allem gilt es, den Wahrheitsgehalt der eingehenden Nachrichten zu bewerten, bevor wir sie in die Entscheidungsfindung einbeziehen.

Erstens: Ist die Quelle zuverlässig?

Die meisten Nachrichtenquellen sind nicht zuverlässig. Als Richtlinie kann gelten, je hektischer das Medium, desto geringer die Zuverlässigkeit. Damit blenden wir direkt 90 % des Medienzirkus aus. Dazu ist Disziplin erforderlich, denn die lautesten, krassesten und buntesten Nachrichten drängen sich zuvorderst in das Lagebild und müssen mit einer bewussten Anstrengung zur Seite geschoben werden. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, die wir weiter unten ansprechen, ist alles, was über die sozialen Medien kommt, grundsätzlich unzuverlässig. Auch angebliche Hintergrundinformationen und sogenannte Analysen, die im Stundentakt auf den Homepages von Zeitungen oder Nachrichtensendern auftauchen, sind für unsere Zwecke wertlos. Wir betrachten sie, wie ein Sportler eine Nascherei sieht.

Zuverlässig sind Quellen, die wir persönlich kennen oder die von eindeutig legitimierten Autoritäten verbreitet werden. In unserer Welt sind das Analysten, die wir durch lange Erfahrung einschätzen können, direkte Informationen aus erster Hand von besonnenen Experten und amtliche Mitteilungen. Zusätzlich gibt es einige wenige Ausnahmen wie Blogs oder Twitter, wenn der Absender mit hundertprozentiger Sicherheit identifiziert und als glaubwürdig eingestuft ist. In unserer Welt sind das befreundete Portfolio Manager, mit denen wir im regen Austausch stehen.

Zweitens: Passt die Nachricht in das bisherige Lagebild?

Taucht eine neue Nachricht auf, die das bisherige Lagebild verändert, wie zum Beispiel, dass die Pharmafirma XY einen Corona-Impfstoff entwickelt hat oder dass die Sterblichkeitsrate „in Wirklichkeit“ viel höher als offiziell angegeben ist, kann es so sein oder nicht, wenn die Quelle im ersten Schritt als zuverlässig eingestuft wurde. Jedoch sind solche Sensationsmeldungen mit Vorsicht zu genießen. Erst nachdem sie von weiteren Nachrichten bestätigt wurden, können sie die Lagebeurteilung beeinflussen. Eine Einzelmeldung, besonders wenn sie sehr sensationell ist, darf nicht die ganze bisherige Erkenntnis umstoßen, sonst macht man sich zum Spielball der Emotionen.

Stammt die Nachricht jedoch aus einer zuverlässigen Quelle und passt sie in das bisherige Lagebild, ist sie vermutlich wahr. Diese Filter und der gesunde Menschenverstand verhelfen zu einer kühleren Lagebeurteilung und verhindern vorschnelle Reaktionen. Im Finanzgeschäft ist das von Vorteil. Dagegen steht natürlich auch ein Nachteil, nämlich das Risiko, durch den Verzicht auf sehr rasche Reaktionen günstige Gelegenheiten zu verpassen, die innerhalb einer Stunde wieder verschwinden. Die Frage ist allerdings, ob es überhaupt welche geben kann und unsere Antwort lautet, nein.

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