Welche US-Blue-Chips haben trotz Kursanstiegen Potential? – Teil 1 der Analyse des Verlagshauses Kiplinger

Das US-Verlagshaus Kiplinger hat in Zusammenarbeit mit dem Research-Unternehmen Value Line die besten 25 Unternehmen mit den stärksten Bilanzen zusammengestellt.

Wir werden Ihnen den englischsprachigen Bericht zusammenfassen und in den kommenden Newsletterausgaben jeweils auf 5 Aktien mit starken Bilanzen eingehen. Wichtige Kriterien bei der Aktien-Auswahl der Analysten waren:

  • A ++ – Bewertung für finanzielle Stärke – moderaten Schulden und starke Cash-Position
  • Starke Bilanz = solide Finanzkraft
  • jährliche Wachstums-Prognose von mindestens 5 % für drei bis fünf Jahre
  • zudem mussten die Unternehmen erfolgreiche Geschäfte, breite Margen und signifikante Cashflows nachweisen

Bitte beachten Sie, dass die Reihenfolge der Aktien ohne Wertung zu sehen ist.

Heute stellen wir Ihnen vor:

Alphabet
Amazon
Apple
Facebook
Microsoft

Bitte beachten Sie, dass vergangen Performances keine Garantie für die zukünftige Kursentwicklung sind und den Disclaimer.

Quelle: Getty Images

Alphabet

Marktwert:  1,5 Billion US-Dollar
Dividendenrendite:  N / A.

Google Mutter (Vater 🙂 ) Konzern- Alphabet (Link zum Aktienkurs) verfügt über viel Bargeld und sehr wenig Schulden, was eines der offensichtlichsten Anzeichen für eine zukunftsorientierte Bilanz ist.

Faktenlage:

  • Bargeld und marktfähige Wertpapiere belaufen sich auf 137 Milliarden US-Dollar
  • bei einer langfristigen Verschuldung von nur 14 Milliarden US-Dollar
  • keiner dieser Kredite wird dieses Jahr fällig
  • Alphabet könnte seine durchschnittlichen Investitionen in den letzten zwei Jahren, etwa 23 Milliarden US-Dollar pro Jahr, für die nächsten sechs Jahre mit Bargeld finanzieren
  • Es könnte auch die verbleibenden rund 15 Milliarden US-Dollar seiner Aktienrückkaufermächtigung neunmal abschließen

Trotzdem fließt das Geld weiter in den Cashflow, welcher sich aus laufender Geschäftstätigkeit 2020 auf 65 Milliarden US-Dollar belief. Selbst nachdem dies durch Aktienrückkäufe in Höhe von 31 Milliarden US-Dollar, Risikokapitalinvestitionen in Höhe von 7 Milliarden US-Dollar und verschiedene andere Verwendungen und Anpassungen verringert worden war, hatte Alphabet noch 8 Milliarden US-Dollar übrig.

Und besonders interessant, Alphabet liefert vor diesem Hintergrund Wachstum:

  • Im Jahr 2020 stieg der Gewinn um mehr als 17 % auf 40,3 Mrd. USD bei einem Umsatzwachstum von 13 % auf 183 Mrd. USD. 
  • Sowohl Umsatz als auch Ergebnis lagen unter den durchschnittlichen 10-Jahres-Wachstumsraten von Google von 18 % bzw. 20%. Dies geschah jedoch, als Werbetreibende inmitten der Pandemie Vorsicht walten ließen.

„Es ist klar, dass das Kerngeschäft einen erheblichen operativen Hebel aufweist, obwohl das Management vorerst das Umsatzwachstum gegenüber der höheren Rentabilität priorisiert“, sagt CFRA-Analyst John Freeman.

Was sind die Wachstumstreiber? Googles vielbeachtetes Cloud-Geschäft, das immer noch weniger als 10 % des Umsatzes ausmacht, aber schnell wächst. Es hat sich seit 2018 mehr als verdoppelt.

 

Quelle: Getty Images

Amazon.com

Marktwert:  1,7 Billionen US-Dollar
Dividendenrendite:  N / A.

Die Bilanz von Amazon.com ( Link zum Aktienkurs) ist einwandfrei:

  • 84 Milliarden US-Dollar Barmittel und marktfähige Wertpapieren stellen die langfristigen Schulden des Unternehmens von 33 Milliarden US-Dollar in den Schatten. 
  • Und kein Cent dieser Schulden ist in diesem Jahr fällig.
  • Besser noch: der Cashflow pro Aktie von Amazon betrug etwa 84 US-Dollar. 
  • Obwohl keine Dividende zu zahlen ist, werden große Investitionen in Höhe von etwa 40 USD pro Aktie oder 48 % des Cashflows im letzten Jahr getätigt.

Vergleichen wir diese Investitionen für die Perspektive mit anderen Blue Chips. Ein Erzeuger wie Microsoft gibt nur 27 % seines Cashflows für Kapitalkosten aus. Northrop Grumman, mit vielen harten Vermögenswerten und Produktionsstätten, gibt 27 % aus. Selbst der Gigant Apple, der weit entfernte Geschäfte tätigt, gibt vergleichsweise dürftige 11 % seines Cashflows für Investitionen aus.

Die 48 % -Ausgaben von Amazon stützen Bezos Behauptung, dass der größte Teil des Wachstums von Amazon noch vor ihm liegt.

Obwohl das Mantra von Amazon anscheinend ein Gewinnwachstum verhindert, deutet die Leistung des Unternehmens auf etwas Anderes hin. Der Nettogewinn stieg von etwa 10 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf etwa 21 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020, und die durchschnittliche Analystenprognose für den Nettogewinn liegt bei etwa 25 Milliarden US-Dollar bzw. 35 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 und 2022.

„Amazon scheint stark von der COVID-19-Pandemie profitiert zu haben, und wir glauben, dass der Online-Händler beeindruckende Finanzergebnisse erzielen wird“, sagt Bryan Fong, Analyst bei Value Line.

 

Quelle: Getty Images

Apple

Martktwert:  2.3 Billionen US-Dollar
Dividendenrendite:  0.6 %

Es ist schwer vorstellbar, dass ein Unternehmen mit fast 100 Mrd. USD Schulden eine starke Bilanz hat. Aber es gibt einige wenige Blue Chips wie Apple (Apple-Aktie Link).

Die Marktkapitalisierung von Apple ist größer als das Bruttoinlandsprodukt von Italien oder Kanada – Sie erkennen, welche gigantischen Zahlen verglichen werden müssen.

  • Zunächst einmal hat Apple 119 Mrd. USD in langfristigen Investitionen getätigt.
  • Zusätzlichen hat Apple 77 Milliarden Dollar an Bargeld, welches die 13 Milliarden Dollar an Schulden, die im kommenden Jahr fällig werden, sowie die 55 Milliarden Dollar, die in fünf Jahren fällig werden übertreffen. Ganz zu schweigen davon, dass das Unternehmen äußerst niedrige Zinsen für diese Schulden zahlt.
  • Apple hat im letzten Jahr einen Cashflow von 4,03 Dollar pro Aktie erwirtschaftet. Das ist fast das Fünffache der jährlichen Dividende von 82 Cent pro Aktie und mehr als das Dreifache von Apples Dividende und anderen Investitionsausgaben zusammen.
  • Darüber hinaus wird erwartet, dass Apples Cashflow in den nächsten Jahren auf 5,25 Dollar pro Aktie (2020) und dann auf 5,75 Dollar pro Aktie im Jahr 2021 ansteigen wird.

Unter diesen Umständen fällt es schwer, sich ein Szenario vorzustellen, in dem Apple nicht weiter in sein Wachstum investieren und den Aktionären weiterhin eine Dividende zahlen könnte.

Apple hat noch etwa 32 Mrd. USD von einer Rückkaufsermächtigung in Höhe von 225 Mrd. USD übrig. Apple ist seit langem ein eifriger Käufer seiner eigenen Aktien und hat seit dem Beginn der Rückkäufe im Jahr 2012 Aktien im Wert von 403 Mrd. USD (ungefähr das BIP der Philippinen) zurückgekauft. In Anbetracht der Tatsache, dass Apple im letzten Jahr Aktien im Wert von 72 Mrd. USD gekauft hat, könnte eine weitere Autorisierung anstehen.

In der Zwischenzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Schwung des Unternehmens nachlässt. Das Mac-Geschäft wurde durch ein weltweites Work-from-Home-Mandat gestärkt, der Aufstieg von 5G treibt die iPhone-Verkäufe an, das Wearable-Segment bleibt eine Quelle für zukünftiges Wachstum und die margenstarke Services-Sparte wird zu einem größeren Teil von Apples Umsatzmix.

 

Quelle: Getty Images

Facebook

Marktwert:  876.8 Milliarden US-Dollar
Dividendenrendite: N/A

Blue Chips, die keine Schulden haben, sind bereits auf dem besten Wege, eine großartige Bilanz zu haben. Ein schuldenfreies Unternehmen könnte jedoch innerhalb eines Jahres Verbindlichkeiten haben, die ein Vielfaches seiner Barmittel und anderer einigermaßen liquider Vermögenswerte betragen. Das wäre gefährlich.

Nicht so bei Facebook (Link zum Aktienkurs von Facebook):

  • schuldenfrei und es verfügt über einen Barbestand von etwa USD 62 Mrd.
  • das ist das Vierfache seiner aktuellen Verbindlichkeiten und das Doppelte aller Verbindlichkeiten überhaupt
  • Während Facebook das Musterunternehmen des 21. Jahrhunderts ist, ist seine Bilanz geradezu klassisch

Die größte Verbindlichkeit, die Facebook hat – abgesehen von Regulierungsgefahren und dem zeitweise schlechten Image – ist von beiläufigem Interesse und besteht in Form von fast 10 Milliarden Dollar an Leasingverträgen für seine weltweiten Büros. Leasingverträge waren schon immer eine Verbindlichkeit für Unternehmen, aber dank der jüngsten Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften werden sie nun als Posten in der Bilanz ausgewiesen und nicht mehr in den Anmerkungen zum Jahresabschluss versteckt.

Angesichts der Konstellation seiner Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ist Facebook liquide. Der Cashflow aus dem operativen Geschäft, der sich im letzten Jahr auf 39 Mrd. USD belief, wird jedoch immer größer. Den größten Teil davon gab das Unternehmen für Investitionen in zukünftiges Wachstum aus, etwa 15 Milliarden Dollar, 6 Milliarden Dollar für Risikokapitalinvestitionen und mehr als 6 Milliarden Dollar für den Rückkauf eigener Aktien.

Natürlich denken Analysten, dass Capex (engl. Für Capital Expenditure = Investitionsausgaben Anm. d. Red.) für Facebook wichtig sein wird.

„Die Ausgaben für die Infrastruktur werden das steigende Engagement der Nutzer unterstützen“, sagt Value Line-Analyst Michael Napoli, „und die Investitionen in neue Technologien sollten sich auf lange Sicht auszahlen.“

Keine Schulden zu haben, ist immer ein großes Plus für Unternehmen; aber auch für die zukünftige mögliche Schuldenaufnahme. Wer weiß schon, welchen Betrag Facebook für eine massive Expansion oder Akquisition aufnehmen könnte? Der Kassenbestand von 62 Milliarden Dollar bietet zumindest einen Ausgangspunkt, und mit all dem Bargeld, das hereinkommt, könnte die endgültige Verschuldungskapazität viel höher sein.

 

Quelle: Getty Images

Microsoft

Marktwert:  2.0 Billionen US-Dollar
Dividendenrendite:  0.9%

Wenn ein Unternehmen mehr als 132 Mrd. USD an Liquidität hält, ist es sehr wahrscheinlich, dass es eine starke Bilanz hat. So ist es auch bei Microsoft (Link zur Microsoft Aktie).

  • Microsoft ist so liquide, dass es alle seine kurzfristigen Verpflichtungen im kommenden Jahr sechsmal bezahlen könnte.
  • Selbst wenn die Welt (wieder einmal) auf den Kopf gestellt wird, scheint Microsoft einer der am besten positionierten Blue Chips zu sein, um den Sturm zu überstehen.

Microsoft lieferte stetig Umsatz- und Gewinnwachstum:

  • in den letzten fünf Jahren durchschnittliche jährliche Zuwächse von 9,5 % bzw. 12,5 %
  • die Prognose für 2021 setzt diesen Trend fort
  • CFRA-Analyst John Freeman sieht eine Erhöhung der prognostizierten Umsatzwachstumsrate auf 14 % in den nächsten drei Jahren (basierend auf Wachstum in Microsofts Cloud-Geschäft Azure, seiner Office-Suite und LinkedIn)

Ein weniger offensichtlicher Treiber für die Microsoft-Aktie ist das aktive Rückkaufprogramm:

  • Im vergangenen Jahr kaufte Microsoft eigene Aktien im Wert von 20 Mrd. USD zurück
  • und es gibt eine weitere Ermächtigung im Wert von 40 Mrd. USD (von Ende 2019)

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal für Investoren ist die Dividende von Microsoft:

  • mit nur etwa 1 % ist es die Rendite zwar niedrig, aber die jährlichen Zahlungen sind gewachsen
  • der Cashflow pro Aktie war im Geschäftsjahr 2020 mehr als dreimal so hoch wie die Dividende, was darauf hindeutet, dass die Dividende sicher ist
  • für langfristig denkende Investoren ist Wachstum wichtiger als Rendite

Quelle: kiplinger.com freie Übersetzung

Per 16.04.2021

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