Reich werden mit Bitcoin?

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Alle reden vom Bitcoin. Das ist eine künstliche Währung, hinter der kein Staat steht, sondern eine große Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig vertrauen, ohne sich zu kennen. Es gibt unzählige Geschichten über Personen, die mit Bitcoins steinreich geworden sind. Einige davon stimmen sogar. Die meisten sind Märchen.

Die Vorteile der Kryptowährung liegen darin, dass es dem Staat schwerfällt, sie zu besteuern, durch Inflation zu entwerten oder zu beschlagnahmen. Geld, Wertpapiere, Gold und Immobilien sind greifbar, Kryptowährungen nicht. Es gibt keine Bank und keinen Tresor, wo der Staat suchen gehen kann. Kein Staat kann sich in Bitcoins verschulden. (Blockchain von Deloitte erklärt in wenigen Worten) Die Risiken von Bitcoins bestehen darin, dass sie keine physische Greifbarkeit aufweisen und ihre Schaffung, Existenz und ihr Tauschwert ausschließlich auf Informationstechnologie basieren, so dass sie gegenüber Manipulationen anfällig sind und technologisch abgehängt werden können.

In fast allen Zeitungsberichten über Bitcoin findet sich eine Abbildung, die suggeriert, dass Bitcoins wie eine Goldmünze aussehen, nur mit einem B geprägt anstatt z.B. dem amerikanischen Adler. Nichts könnte falscher sein. Goldmünzen sind schwer, man kann sie zählen und wegschließen. Bitcoins sind materiell nicht vorhanden.

Bitcoin Preis von Oktober 2013 bis 29. März 2021 (in US-Dollar)

Quelle: Statista 2021 (Währungsschwankungen sind für einen EUR-Anleger zu berücksichtigen)

Bitcoins sind nicht die einzigen Kryptowährungen

Es gibt viele andere (s. coinmarket.com) und es werden immer mehr. Für den Anleger ist wichtig, welche Währung überleben wird – man wird sich für etablierte Währungen mit großem Volumen entscheiden, um weniger Risiko zu nehmen oder für neue, kleine Währungen, in der Hoffnung auf umso größere Gewinne bei guter Entwicklung.

Bisher sind Kryptowährungen noch keine eigene Anlageklasse, hauptsächlich, weil der Markt für institutionelle Anleger zu klein ist. Das könnte sich mit der Zeit ändern, aber es ist noch früh. Bitcoin und Co. können zur Vermögensbildung beitragen, wenn sie in einem vernünftigen Umfang zur Größe des Gesamtportfolios eines Anlegers angeschafft werden. Je nach Risikofähigkeit und Risikofreude sollte der Anteil maximal 5 % betragen. Es handelt sich um eine spekulative Anlage, die sehr erfolgreich oder mit einem Totalabschreiber enden kann.

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